Wenn der Frühling noch nicht eingeschlagen hat: Das richtige Essen kann die Sinne wecken. Nicht umsonst ist das erste Rendezvous oft mit Essen verbunden. Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen, aber auch die Lust! Aphrodisiaka helfen mit, das Lustempfinden neu zu wecken! Haben sie jedoch wirklich die erhoffte Wirkung auf uns oder ist das alles nur Aberglaube?

Aphrodisiaka sind keine Lustpillen

Wenn der Frühling noch nicht eingeschlagen hat: Das richtige Essen kann die Sinne wecken. Nicht umsonst ist das erste Rendezvous oft mit Essen verbunden. Die Liebe geht bekanntlich durch den Magen, aber auch die Lust! Aphrodisiaka helfen mit, das Lustempfinden neu zu wecken!

Seit Menschengedenken wird nach Mitteln gesucht, um die sexuelle Lust zu steigern. Wussten Sie, dass viele natürliche Aphrodisiaka sich in unserer Küche befinden, ohne dass Sie es bemerken?

Die Bezeichnung Aphrodisiaka leitet sich ab von der griechischen Göttin für Schönheit und Liebe, Aphrodite. Aphrodisiaka können eingesetzt werden, um sexuelle Lust zu wecken oder sie zu verstärken. Dazu zählen Gerüche, Nahrungsmittel, Getränke, Räucherwerk und Gegenstände.

Die einen sind von der anregenden Wirkung von Austern überzeugt, in Ostasien schwört man auf die Wirkung gebratener Hoden eines Tigers oder dessen Penis oder auf das gemahlene Horn eines Nashorns. Alle Kulturen haben ihre speziellen Aphrodisiaka hervorgebracht.

Aphrodisiaka können unterteilt werden in vier Gruppen:
• Nahrungsmittel (zum Beispiel Trüffel, Spargel, Austern)
• Genussmittel (zum Beispiel Gewürze, Kaffee oder Tee)
• Gifte (zum Beispiel den Fliegenpilz, Stechapfel, Alraune)
• Zaubermittel (zum Beispiel Nashorn-Pulver)

Eins sollte klar sein: Aphrodisiaka sind keine Lustpillen, die einen wie auf Knopfdruck wild und leidenschaftlich werden lassen.

Aphrodisierende Ingredienzen sind Gewürze der Liebe und dienen der Verfeinerung der Erotik. Sie erweitern das erotisch-sexuelle Erleben und sind keine Hilfsmittel, Männern mit sexuellen Störungen zu Orgasmen zu verhelfen.

Es gibt zwar Pflanzen, die nachweislich erotisierend wirken. Dazu zählen zum Beispiel das Opium und die Yohimbe, deren Genuss nicht unproblematisch ist und bei falscher Dosierung gefährliche Nebenwirkungen hat.

Die sexuelle Erlebnisfähigkeit positiv verändern

Wichtiger als die oft schwache pharmakologische Wirkung aphrodisiakischer (Lebens-) Mittel ist die Inszenierung des Essens. Stimmung und Ort spielen eine wichtige Rolle. Aphrodisiaka sollen nicht nur den Geschlechtstrieb stärken, sondern auch die sexuelle Erlebnisfähigkeit positiv verändern. Das Äußere muss stimmen. Erst durch das erwartungsvolle Ambiente und eine Atmosphäre sexueller Bereitschaft kann der aphrodisierende Zauber greifen. Der Gebrauch von Aphrodisiaka beinhaltet nämlich mehr als die bloße Einnahme.

Das beginnt bei aphrodisierenden Düften wie Jasmin oder Sandelholz, die wir in Parfüms und Massageölen wiederfinden. Aber es gibt auch bestimmte Lebensmittel oder Gewürze, die diese Wirkung erzielen können.

Gewürze wie Zimt, Pfeffer oder Muskatnuss wurden ursprünglich nicht etwa zur Geschmacksverbesserung eintöniger Speisen aus den Kolonien eingeführt, sondern vor allem wegen ihrer verborgenen erotischen Kräfte. Ähnliches galt auch für Tee und Kaffee, die zur Zeit ihrer Einführung als reine Aphrodisiaka galten.

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Nach dem Experten für Aphrodisiaka, Christian Rätsch, wird Kaffee mit aphrodisiakischer Wirkung folgendermaßen zubereitet:
4 TL Bohnenkaffee
4 TL Kardamom
Milch nach persönlichem Geschmack
Honig oder Zucker nach Belieben
Gemahlener Kaffee und gemahlener Kardamom mischen und wie Kaffee aufbrühen, Milch zugeben und süßen. (Die Milch verbessert die Löslichkeit des ätherischen Öls von Kardamon). Vorsicht bei empfindlichem Magen.
Rätsch meint, die anregende Wirkung setze rasch ein.

Viele Nahrungsmittel in unserer Küche zählen traditionell zu den Aphrodisiaka.

Als Zutaten sinnlicher Begierde beliebt sind etwa
– schlüpfrige Austern,
– phallische Spargeln,
– pikanter Ingwer,
– knackiger Sellerie,
– magische Petersilienwurzel,
– saftige Ananas oder
– pralle Feigen.
Diese fast alltäglichen Zutaten können höchst angenehme „Nebenwirkungen“ hervorrufen, wenn sie als appetitliche Leckerbissen bei romantischem Kerzenlicht-Dinner gemeinsam mit der Partnerin oder dem Partner genossen werden. Indem beide jeden Happen langsam auf der Zunge zergehen lassen, zaubern sie einen betörenden Geschmack hervor.

Ein passender Ernährungs-Tipp stammt – nicht ohne Hintersinn – von Heinrich Heine, der sich in Liebes-Angelegenheiten durchaus auskannte:

(Der Lenz) bringt Jasmin und Röselein,
Und Veilchen und duftige Kräutchen,
Und Sellerie für den Bräutigam,
Und Spargel für das Bräutchen.

Im Lichte der Chinesischen Medizin fördern Sellerie und Spargel die Essenz (Jing) und stärken sowohl Yin als auch Yang. Die Saison der Sellerieknolle klingt aus, aber der Spargel kommt jetzt. Grüner Spargel passt seiner Farbe wegen besonders gut zum Frühling.

Sellerie enthält Androstenol und wird mit jugendlicher Fruchtbarkeit assoziiert. Bereiten Sie ein Selleriecrème-Süppchen mit Rote-Bete-Chips zu. Beim Anrichten das Sahnehäubchen mit würzigem Curry bestäuben. (Chips: dünne Beten-Scheiben in Öl portionsweise jeweils 4 bis 5 Minuten frittieren, herausnehmen und mit Salz würzen).

Allein die Form des Spargel weckt sinnliche Gedanken. Durch die Stimulation des Flüssigkeithaushaltes wird der Stoffwechsel in Schwung gebracht. Nach einem feinen Spargelgratin grün-weiss mit Crème fraiche steht einem lustvollen Abend nichts mehr im Weg.

Heine wusste zudem die erotisierende Wirkung von Jasmin- und Rosendüften zu schätzen.

Ingwer bringt den Körper wegen seiner Schärfe und den ätherischen Ölen auf Touren. Allgemein gelten scharfe Gerichte als anregend. Sie sollten es mit der Schärfe jedoch nicht übertreiben. Servieren Sie als süsse Versuchung Ingwer in Zartbitterschokolade.

Das Vanille-Aroma ruft Glückshormone hervor, die Stress und Angst vergessen lassen und der Lust freien Lauf gewähren. Eine heisse Schokolade mit frischer Vanille lässt das Herz höher schlagen und vertreibt Sorgen.

Von den Meeresfrüchten sind Austern und Jakobsmuscheln wohl die bekanntesten Aphrodisiaka. Sie fördern die Produktion von Testosteron. Um die Stimmung aufzuheitern, servieren Sie als Vorspeise Jakobsmuscheln. Um die Wirkung zu steigern, können Sie die Jakobsmuscheln mit Spargel kombinieren und mit Honigmelone auf fruchtiger Ingwersauce kombinieren.

Tasse Kakao

Aphrodisiaka können nach ihrer Funktion in folgende Gruppen unterteilt werden:
1. Stimulanzien: wach machend und erregend (z.B. Kakao, Kaffee, Coka).
2. Aromata: Duftstoffe mit betörender oder wohlriechender Wirkung (z. B. Rosen, Vanille, Jasmin)
3. Tonika: Körper und Geist stärkend (z.B. Eleutherokokkus, Ginseng, Sabalfrüchte)
4. Euphoria-Samen: euphorisierend (z.B. Hanf, Mohn)
5. Neurotransmitter: über das Nervensystem wirkende Botenstoffe für die Sexualität (z. B. Yohimbe)

Das Feuer des Lebenstores spielt eine zentrale Rolle

Für eine gesunde Sexualfunktion spielt das in der Niere verankerte „Feuer des Lebenstores“ eine essenzielle Rolle. Dieses Feuer steuert die sexuelle Aktivität, Fruchtbarkeit, Pubertät und Menstruation. Nimmt das Feuer ab, „erkalten“ die Funktionen. Insofern stärken Aphrodisiaka meist die Yang-Funktionen, entfachen das „sexuelle Feuer“.

Menschen, die eher zu Hitze und Unruhe neigen, müssen mit solchen Mitteln vorsichtig sein bzw. sie kombinieren mit Mitteln, die Ihre Yin-Energie stärken. Die Elemente Feuer und Wasser müssen in einem ausgeglichenen Verhältnis zu einander stehen:
Die Herz-Energie ist Yang und aktiv. Die Nieren-Energie hat zwei Wurzeln: die erwähnte Yang-Energie des Lebenstores und die Yin-Energie, die für materielle Struktur, Kühle und Ruhe steht. Alle Energien sollten in gesundem Rhythmus zusammenspielen, sonst leidet der Mensch an Lustlosigkeit. „Kein Yang ohne Yin“, heißt es bei den Chinesen. Nur aus dem tiefsten Yin (Ruhe, Erholung, Hingabe) kann Lust und Leidenschaft (Yang) entstehen. Solche Lust ist dann erfüllend, weil sie im Inneren verankert ist.

Hier sind einige Kräuter, die als Aphrodisiaka genutzt werden können:

Bohnenkraut (Satureja hort., herb.)
Temperaturverhalten: warm
Geschmack: scharf, etwas brennend, aromatisch, etwas bitter
Tagesdosis: 3 TL / 5 g getr. Droge zum Infus
Wirkung:
Nieren-Yang tonisierend, so Libido fördernd
Inneres wärmend

Selleriesamen (Apium grav., sem.)
Temperaturverhalten: neutral
Geschmack:scharf (würzig-aromatisch), leicht bitter, etwas süß
Tagesdosis: 1-6 g getr. Droge zum Infus
Wirkung:
Qi und Yang von Nieren unterstützend, so Libido fördernd
Qi regulierend und bewegend

Damianablätter (Turnera diff., herb.)
Temperaturverhalten: warm
Geschmack: scharf, aromatisch, bitter
Tagesdosis: 2-8 g getr. Droge zum Infus
Wirkung:
Qi und Yang der Nieren tonisierend
Libido fördernd und sexuelle Schwäche lindernd

Sabal ser., fr
Getrocknete Sabalfrüchte

Sägepalmefrüchte (Sabal serr., fruc.)
Temperaturverhalten: neutral
Geschmack: süss, etwas sauer
Tagesdosis: Droge in Pulverform: 0,5 – 1 g zum Infus
Wirkung:
Nieren-Yang tonisierend
Infertilität, Impotenz, Libidomangel

Die einzelnen Kräuter eignen sich für eine heiße Überbrühung (Infus), indem man ca. 3/4 Liter kochendes Wasser auf die angegebene Menge gibt und 10 Minuten bedeckt ziehen lässt. Den Tee dann durch ein Sieb abfiltern und in einer Thermoskanne warm halten. In drei Portionen über den Tag verteilt trinken.

Die berauschenden und vorgeblich potenzfördernden Aphrodisiaka forderten in früheren Zeiten aufgrund ungenauer Dosierung und toxischer Inhaltsstoffe unerwünschte Nebenwirkungen und mithin zahlreiche Todesopfer. Für die Anwendung oben erwähnter Pflanzen und Rezepte kann keine Verantwortung übernommen werden.

Bei ernsthaften sexuellen Problemen kann Akupunktur und Kräutertherapie helfen. Konsultieren Sie in dem Fall eine TCM-Therapeutin oder einen TCM-Therapeuten in Ihrer Nähe.

Chinesische Medizin: Herz und Nieren müssen miteinander kommunizieren

Alle Fünf Elemente und Organe legen den Grundstein für unterschiedliche Erfahrungen und Ausdrucksformen der Liebe.
– Die Leber ermöglicht es uns, Wärme und Freundlichkeit spüren,
– die Lunge die Glückseligkeit der Bindung,
– das Herz bringt die Begeisterung und das Lachen hervor
– die Milz erlaubt uns das Wissen zu lieben und
– die Nieren sind der Fluss, aus denen die Liebe trinkt und weise wird.

Die Bedeutung der Spontaneität in der Liebe zwischen Mann und Frau betonte in China erstmals der berühmte Arzt Zhang Jiebin (1563- 1640). Seiner Meinung nach gehörte das intuitive Wissen zum Weg ins Leben. Alles andere führe in die Erstarrung. intuitive Wissen erwachte durch Bewegung, Liebe, Freundschaft, Kontakt mit schönen Dingen, durch Wünsche und Leidenschaft zum Leben.

Nur über die Spantaneität können der Mann, und nicht nur er, sondern auch die Frau (das war geradezu revolutionär für chinesische Verhältnisse) sich glücklich lieben, statt nur künstlich körperlich erregt zu sein. Wenn der Mensch glücklich und sorgenfrei ist, wird das Qi nicht im Herzen zirkulieren und kann nach unten ins Wasser (Nieren) sinken. So senkt sich das Qi ins Yin und steigt von dort spontan wieder auf. Dies ist nach Zhang der natürliche Weg der Erregung.

Durch ein unglückliches und künstlich erregtes Herz wird das Qi im Herz blockiert und kann nicht ins Nieren-Yin sinken. Dadurch kommt das Qi nicht in der Niere an und die spontane Erregung bleibt aus. Herz und Niere kommunizieren nicht miteinander.

Da unterdrückte Begierden Kummer entstehen lassen, womit das Herz-Feuer geschädigt wird, hielt Zhang nichts von völliger Askese.

Nur der spontane Weg jenseits von auferlegten Fesseln galt für Zhang als der richtige Weg zur sexuell befriedigenden Vereinigung von Mann und Frau.

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